Ein zweites Stück.

Gerade laufen die Shins und der Kaffeeschaum klebt an der Lippe. Frische Blumen schauen über den Bildschirm und sorgen durch ihre beerige Form für einen drolligen Kontrast zum nassen Wetter. Kleine Paranthese: Beim Blumenkauf achte ich immer darauf, originelle Blumen zu finden. Auch wenn mir Nelken, Tulpen und Ranunkeln lieb sind, habe ich gern etwas amüsantes auf dem Tisch, so zum Beispiel Kohl.

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Mitte Februar. Die sechs Buchstaben s.o.l.d.e.s sind seit ein paar Tagen von rosa Herzen verdrängt worden. Pah! Obwohl… Ja, ich muss gestehen, so zuwider mir diese Kartenkauf- und Zuckergusstag ist, habe auch ich mich Anfang der Woche auf pinterest wiedergefunden und “Valentinskarte” getippt (auch wenn ich dabei wieder einmal festgestellt habe, dass meine Buntstiftkritzelei eine Schande dagegen ist). Dabei ist mir dieser Tag schnuppe. Ich (er)lebe seit ein paar Monaten eine selten gefühlte Sicherheit, Vertrauen und baue ein solides Fundament. Das Herz und ich sind glücklich. Und es tut gut das zu sagen und nicht, neurotisch, nach einem Knacks zu suchen. Und weil das so ist, bekommt er am Sonntag eine mit Buntstiften gekritzelte Karte. So.

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Seit nun x Wochen regnet es. Als hätten die Wolken Liebeskummer und würden am laufenden Band Radiohead hören. Es ist deprimierend. Aber, man soll den Kopf ja oben behalten. Die Kreativität musste wieder einmal her und wusste sich prima zu beschäftigen (auch wenn es ganze Nachmittage Orange is the new black zu sehen gab..). Als Student träumte auch ich vom Arbeitsleben und ein Punkt gefiel mir da immer besonders: mit Freunden Mittagessen gehen. Wirklich, das hat was (gut ein freudige Arbeit und ein wenig Gehalt ebenso). Man kann sich den ganzen Vormittag darauf freuen und danach motiviert und/oder amüsiert an die Nachmittagsarbeit gehen.

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Zudem habe ich einen Spaß daran, neue Cafés auszuprobieren, wie zum Beispiel Shakespeare & Company. Jeder, der von euch schon einmal in Paris war, kennt den Buchladen, vor dem sich am Wochenende viele Menschen versammeln, in den Kisten stöbern, lesen und schnattern. Seit ein paar Wochen haben sie gleich neben an ein entzückendes Café aufgemacht, in dem Musik von Lou Reed läuft. Man schaut auf die Notre Dame und kann dabei durchatmen, lesen, Leute beobachten und leckeren Café trinken. Dazu liegt Kuchenduft in der Luft. Eine kleine Oase für süße Kaffeebohnen. Da es aber nicht viele Sitzmöglichkeiten gibt, bleibt es leider oft nur bei einem Getränk zum Mitnehmen.

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Ein weiteres Durchatmen, besinnen, verschafft mir das morgendliche Yoga. Der Regen, die Bauarbeiten in der über uns liegenden Wohnung (der Eigentümer scheint daraus Neuschwanstein machen zu wollen), die trägen Kassiererinnen des hiesigen Supermarktes, von politischen und sozialen Atombomben gar nicht erst zu reden – all das führt im Augenblick zu einer Menge Stress. Oder eher Angespanntheit. Seit nun zwei Wochen gibt es 15min Yoga nach dem Aufstehen, zum Wachwerden und ich bin wirklich begeistert. Konzentration auf die Atmung, das Dehnen, die Ruhe, es ist perfekt und ich kann es jedem empfehlen, der gesammelt in den Tag starten möchte.

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Letztes Wochenende ging es wieder einmal in eine Ausstellung und danach Kuchen futtern. Seit das linke Seineufer neu ausgebaut wurde, ist es da am Sonntag richtig lebhaft. Die Kinder können diverse Animationen ausprobieren, die älteren Arbeitslöwen probieren sich in Sportkursen aus; es gibt Picknickboxen (diese sind mietbar), Schiffe, die Unterschlupf bieten.. So zum Beispiel das Rosa Bonheur. Ein gemütlicher Ort zum Füße ausruhen, etwas trinken und freudig durch die Gegend lächeln. Es ist immer wieder ein Besuch wert und sollte auf jeder Sonntag an der Seine spazieren gehen – Liste stehen.

Wie war euer Februar bisher?

Bis bald und ein schönes Wochenende!

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