Osterspaziergang.

Eine Woche ist es nun schon her. Mittlerweile werden die schokoladigen Hoppelohren mit einem roten, penetranten 50% reduziert – Aufkleber präsentiert.

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Die freien Tage wurden prima genutzt. Die Johannespassion, Theater, Tee, Literatur, Café, balade. Aber alles nacheinander :

Als das Herz am Freitagabend in den Süden aufbrach, beruhigte ich meine petite âme im Bon Marché und bei Kiehl’s im 7. Arrondissement. Und ich kann nur sagen, wenn man sich dabei erwischt, wie man mit einem Korb auf dem Arm durch die Feinschmeckerregale des Bon Marché zieht, dann weiß man, dass es kein Zurück gibt – man ist in dem Augenblick ein waschechter, boboistischer Pariser. Weihrauch, ein paar Wassertropfen, im Namen Gustav Eiffels und Ladurée. Gepriesen sei deine Seele. Amen. Ein wenig Bionade, die dort tatsächlich verkauft wird, in der Region produzierte Smoothies, kanadisches Müsli und ab zur Kasse, an der die nette Dame alles einpackt und dich bittet den Automaten zum Bezahlen zu benutzen… Anonym. Merci beaucoup. Ein Kamerateam war ebenfalls vor Ort, um über die Einkäufe vor den Feiertagen zu berichten. Scoop !

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Auf dem Rückweg beim paradiesischen Kiehl’s gehalten, geschnuppert, geprüft, ölige Proben bekommen und eine sensationell gut duftende Seife erstattet. Der Preis ist so lächerlich, dass man annimmt, eine Verwandlung der Haut in null komma nichts erleben zu können… Nichts dergleichen. Aber wenigstens duftet man nett.

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So fing das Osterwochenende an. Am Samstagmorgen, nach dem Schlürfen des regionalen Früchtemixes, ging es auf Schusters Rappen ins Marais zu einer Fotoausstellung über Serge Gainsbourg – smart, paffend, liebevoll. Zu sehen waren diese Bilder in der Galerie d’Instant, die schon durch ihre rote Farbe auffällt. Klein, aber fein – und nach dem Erwerben einiger Postkarten mit Romy und Marilyn zog ich wieder meiner Wege. Zu selten lauf ich durch diese Straßen, hinter dem Centre Pompidou, vorbei an Arts et Métiers. Den Mellow Yellow-Stock entdeckt, der aber einen leicht traurigen Empfang bietet. Fast ein Kleid erstanden und mich dann aber für Tee entschieden.

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Schon seit Wochen steht auf meiner « Zu testen-Liste », die Teebar namens Kodama. Zwei Dreißigjährige haben sie vor einiger Zeit eröffnet und mit ihren ausgefallenen oder erdigen Teekräutern, die mit frischem Bergwasser aufgekocht werden, Werbung gemacht. In diesem kleinen, dennoch gemütlichen Raum, drängen sich die Besucher und versuchen einen Platz zu ergattern. Gar nicht so einfach, ehrlich gesagt… Allerdings, wenn dann geschafft, wird jeder den Tee genießen. Eine große Auswahl, detaillierte und charmante Erklärungen der Inhaber, Schnupperproben, große oder kleine Tassen (meine Oma würde dazu wohl « Pötte » sagen) und dann der erste Schluck. Ich entschied mich für die große Tasse, immerhin bin ich ja kein Zweiminutenei. Das Gesicht verschwand vollkommen hinter der riesigen Schale, währenddessen « Minute Papillon » Nase und Gaumen erfreute. Ein Grüntee, der nach Himbeeren riecht. Ja, da fängt der innere Schmetterling zu flattern an. Auch die Kuchentheke ist gefüllt und kann nach Herzenslust erobert werden. Man wird in Ruhe gelassen, niemand nervt und wenn dann doch einmal jemand nach Zucker fragt, schauen alle erstaunt, geschockt, paparazistisch nach oben und werfen mit Steinen. Wer von euch also einmal in diesem Heißkochduftlabor Platz nehmen möchte, sollte diese Adresse ansteuern : 30, rue Tiquetonne, 75002 Paris.

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Auf dem Rückweg spazierte ich durch Passagen, hörte Touristenführern zu, knipste und ließ den Tag mit Käsenudeln und Jack Lemmon-Filmen ausklingen. Wonderful ? Marvellous !

Den Ostersonntag verbrachte ich im Café Regal und im Theater. Aber das erzähle ich nächstes Mal !

 

Bon week-end !

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